Berlin verliert bei Sportwetten, sagen Experten

Setzen Sie nicht darauf, dass Deutschland sein staatliches Glücksspielmonopol bald vollständig liberalisiert. Aber es besteht eine gute Chance, dass das Land seine restriktiven Glücksspielgesetze ändert, um die Einnahmen und die Kontrolle des Sektors zu erhöhen.

Ein weiteres WM-Fußballturnier steht vor der Tür. Veranstaltungen wie diese sind nicht nur spannend anzusehen, sie sind auch eine lustige und manchmal lukrative Veranstaltung für das Glücksspiel.

In ein paar Wochen werden Fußballfans in ganz Deutschland ihre Wetten platzieren. Einige werden den legalen Weg gehen und eines der Sportwettenmonopole des Landes wie Oddset nutzen. Zahlreiche andere werden jedoch illegal Wetten mit privaten Online-Unternehmen abschließen, die außerhalb des Landes registriert sind. Seiten wie diese vergleichen die Anbieter.

Restriktive Regeln

Der Glücksspielstaatsvertrag wurde 2008 aus mehreren Gründen verabschiedet. Einer von ihnen war die Eindämmung der von vielen Politikern empfundenen zunehmenden Spielsucht. Eine andere, die Kritiker sagen, ist die wichtigste, war es, sicherzustellen, dass der Staat einen guten Teil der Einnahmen erhält.

Sportwetten sind bei Fußballfans sehr beliebt.

Im Wesentlichen verbietet das Gesetz webbasierte Wetten, mit Ausnahme von Wetten auf Pferderennen, und beschränkt andere Formen des Glücksspiels auf staatliche Betreiber, einschließlich Oddset. Sie verbietet auch die Werbung für diese Dienste.

Inwieweit die Gesetzgebung das Glücksspiel unterdrückt hat, ist unklar. Aber es hat ein Loch in die Staatskasse gemacht. Seit der Einführung des Glücksspielabkommens hat sich der Markt für ungeregelte Glücksspiele, wie z.B. Online-Wetten, entwickelt.

Von den 7,8 Milliarden Euro, die die Deutschen 2009 umgesetzt haben, gingen laut neuer Marktforschung von Goldmedia nur 240 Millionen Euro an die staatlichen Sportwettenanbieter und 250 Millionen Euro an die Pferderennbetreiber. Rund 94 Prozent des Marktes gingen an private Unternehmen außerhalb Deutschlands. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der deutschen Online-Glücksspiel-Fans auf 2,2 Millionen steigt.

Auch der Olympische Sportbund hat Deutschland aufgefordert, sein Sportwettenmonopol zu beenden.

Leere Staatskassen

Der Glücksspielstaatsvertrag wird im nächsten Jahr erneuert. Zahlreiche Politiker diskutieren mit Blick auf leere Staatskassen über die Notwendigkeit von Veränderungen. Einige möchten, dass Deutschland in die Fußstapfen des Vereinigten Königreichs tritt und das Glücksspielmonopol vollständig abschafft.

Auch die Europäische Kommission hat dem deutschen Urteil widersprochen. Nach dem Recht der Europäischen Union dürfen Regierungen Gesetze gegen das Glücksspiel erlassen, wenn sie beispielsweise über Sucht besorgt sind. Kritiker sagen jedoch, dass das deutsche Gesetz in erster Linie darauf abzielt, staatliche Glücksspielanbieter vor privatem Wettbewerb zu schützen.

Vielleicht ist die Fußballweltmeisterschaft, die im nächsten Monat beginnt, noch zu früh, um darüber nachzudenken, im Land Wetten abzuschließen. Doch die Fußball-Europameisterschaft ist nur noch zwei Jahre entfernt. Und wer weiß, wie verzweifelt die deutsche Regierung bis dahin nach zusätzlichen Einnahmequellen sucht.

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